Ordnung - Organisation - Organismus, Beiträge zur 20. Jahrestagung der DGGTB in Bonn 2011
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9783861353980
Info zum Buch "Ordnung - Organisation - Organismus, Beiträge zur 20. Jahrestagung der DGGTB in Bonn 2011"
Was ist „Theoretische Biologie“ in ihrem jeweiligen historischen
Kontext, der von einer Biologiehistorikergesellschaft zu verhandeln ist?
Bei geschichtlichen Betrachtungen zur Theoretischen Biologie ist
besonders zu berücksichtigen, dass sie nicht mit einer philosophischen,
mathematischen oder physikalischen Biologie verwechselt oder
gleichgesetzt werden darf, wenngleich sich im Entwicklungsverlauf immer
wieder zahlreiche Zusammenhänge und Überschneidungen ergaben.
Die Idee einer „Theoretischen Biologie“ entwickelte sich um 1900. Sie
hat im historischen Umfeld die Aufgabe, zu einer konzeptionellen
Grundlegung der Lebenswissenschaft im Prozess der Formierung der
Biologie als Disziplin beizutragen, indem sie den gemeinsamen
Theorienbestand von verschiedenen Einzeldisziplinen wie Zoologie,
Botanik und Anthropologie auf deduktiver Basis erfasst. Der Band
untersucht die Begriffsgeschichte und analysiert die Abgrenzungen zu
Biophilosophie, Philosophie der Biologie, Allgemeiner Biologie und
Mathematischer Biologie. Zu den wichtigsten Namen, die mit der
Entwicklung der Theoretischen Biologie verbunden sind, gehören u. a.
Jakob Johann von Uexküll (1864–1944), Adolf Meyer-Abich (1893–1971),
Hans Driesch (1867–1941) und Ludwig von Bertalanffy (1901–1972), über
deren Ansichten und Einschätzungen berichtet wird. Außerdem nimmt der
Band mit der Vitalismus-Mechanismus-Kontroverse ein besonderes
Konfliktfeld in den Blick und behandelt mit der Epigenetik ein viel
diskutiertes Gebiet. Dabei werden auch umstrittene Forscher wie Karl
Snell (1806–
1886) oder Paul Kammerer (1880–1926) betrachtet.
Darüber hinaus steht im Grenzbereich von Biologie und Philosophie der
Experimentelle Realismus im Fokus, oder es werden historische
Problemstellungen um die Begriffe „Organismus“, „Verbreitung“ und
„Ordnung“ in der Tiergeographie sowie die Ausbreitung des
Evolutionsgedankens in Biologie, Sprachwissenschaft und
Ethnologie/Kulturanthropologie analysiert. Die vielgestaltige Verwendung
des Begriffes „Information“ im Kontext der Biowissenschaften wird
untersucht. Erst das Zusammenwirken zahlreicher Konzepte aus
verschiedenen Disziplinen, von der Mathematik über die Biologie und die
Philosophie bis hin zur Semiotik, ermöglicht eine Analyse. Einen
weiteren Schwerpunkt bildet der Tiersprachendiskurs des ausgehenden 18.
Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum.
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